Aktionen «Rauch» | Diverse Aufführungsorte | 2001-2012

Beschreibung der Aktionen «Rauch»

Infrastruktur
Vorhanden sind 36 mobile Rauchkammern (RK). Das Aufstellen der Rauckammern kann grundsätzlich den gegebenen örtlichen und räumlichen Situationen angepasst werden. Die Fische werden vor dem Räuchern während vier Stunden in eine 10%-ige Sole eingelegt. Das Salz entzieht dem Fisch Wasser und verhindert damit ein «Platzen» der Fische während dem Räuchervorgang. Sämtliche 36 Fische werden auf dem Aktionsplatz vor dem Räuchern mittels Schnur und Haken an einem Draht aufgehängt (Trocknungsphase).

Beschreibung der Funktion der Rauchkammer_pdf

Vorbereitung
Die RK sind für das Verfahren der Heissräucherung konzipiert. Dabei erreichen die Temperaturen des Rauches in den Rauchkammern Werte zwischen 70° und 100° C.
Die Aktionen beginnen mit der Vorbereitung der RK. Sie werden mit Räuchermehl (Sägespänen) und Kräutern bestückt. Jede RK weist eine eigene Kräutermischung auf siehe Kräutertabelle (pdf). Auf diese Weise werden 36 verschiedene Raucharomatisierungen erzeugt. Zusätzlich wird im oberen, inneren Teil jeder RK ein Rauchpapier angebracht, welches mit den zur Anwendung kommenden Kräutern beschriftet ist. Am Ende der Aktionen werden die Rauchpapiere  in transparente Kunststofftaschen verpackt und den TeilnehmerInnen als Teil eines Multiple abgegeben. Die Fische werden schliesslich kopfabwärts in die RK gehängt. Die RK sind jetzt für die Räucherung vorbereitet.

Rauchpapier, nach der Entnahme aus der Rauchkammer

Durchführung
Alle Brenner unter den RK werden gleichzeitig in Gang gesetzt. Der Vorgang des Heissräucherns dauert rund eine Stunde. Nach dieser Zeit werden die geräuchten Fische den RK entnommen und in Tellern auf einem Tisch ausgelegt. Der Tisch selbst ist 8.50 m lang und wird aus den leeren Elementen der Rauchkammerkisten zusammengestellt. Die Unterseiten der Teller sind nummeriert und korrespondieren mit den eingestanzten Nummern auf den Rauchkammern. Zusätzlich liegen Tellerunterlagen aus Papier auf. Sie sind mit den Namen der zur Räucherung verwendeten Kräuter der entsprechenden RK beschriftet. Die Teller mit den geräuchten Fischen werden nun so auf die Tellerunterlagen plaziert, dass sie die Kräuternamen verdecken. Dies erlaubt zunächst eine «Blind-Degustation» der Fische, eine Herausforderung an die Geschmacks -und Geruchswahrnehmung. Es steht den DegustantInnen jedoch jederzeit offen, durch Anheben der Teller, ihre wahrgenommenen Sinneseindrücke zu überprüfen und zu vergleichen.

Zusammengefasst können auf diese Weise 36 verschieden geräuchte Fische gekostet werden. Dazu wird ungesalzenes Brot, Weisswein und Wasser gereicht. Ist erst einmal die ganze Infrastruktur installiert, dauert eine Aktion etwa zwei bis drei Stunden (Einhängen der Fische bis zu deren Verzehr).

Wahl der Fischart
Für das Räuchern eignet sich, nebst der Forelle, auch der Felch ausgezeichnet. Der Felch kommt in den meisten grösseren Seen vor und hat den nötigen natürlichen Fettgehalt, der für das Räuchern Voraussetzung ist. Das Fleisch hat einen festen Biss und nimmt seiner Feinheit wegen die Gewürzkompositionen des Rauches besonders gut auf. Ich gehe bei den Aktionen von einem Gewicht von rund 300 g pro Felch aus, insgesamt also ca. 11 kg Fisch pro Aktion.

Max Bottini | Januar 2002

 

Kleine Kostprobe Video mp4 «Rauch» |  0.59 Min. | © Dani Geser

 

 

Fotos der Aktion Rauch (mit Dani Geser) | Stadtgalerie Bern | 20. Mai 2012

 

 

Die Aktionen «Rauch» fanden an verschiedenen Orten statt. Hier die Übersicht.

Jahr Datum Ort Veranstalter Bemerkungen
2001 10.08 Warth /Weiningen Galerie Schedler  
  11.08. dito dito  
  17.08. dito dito  
  18.08. dito dito  
  25.08. Uesslingen / Iselisberg Guido Lenz / Weinbauer Aktion im Rebberg
  01.09 Arbon / Seepromenade Internationaler Bodensee-Club anlässlich Projekt Projekt «Promenade» Kunst am See vom 18.8. bis 13.10. 2001
  02.09. dito dito  
 
2002 14.09. Konstanz / Städtische Wessenberg-Galerie Kunstverein Konstanz anlässlich Kunstnacht
  15.06. Basel / Tinquely Brunnen Klaus Littmann Projekt «ArtZappening» / Art 33
 
2012 20.05. Bern / Stadtgalerie Bern Kuratiert von Anna Bürkli

anlässlich der Ausstellung «Zyt ha zyt nä – alles selbst gemacht» vom
10. Mai bis 30. Juni 2012.
In Kooperation mit Dani Geser.